1.2.2 Web 1.0

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Erst die Vorstellung des ersten frei erhältlichen, grafikfähigen Browsers „Mosaic“ durch Marc Andreessen, dem späteren Begründer von Netscape, im Jahre 1993 brachte für das World Wide Web den weltweiten Durchbruch.(16) Ab 1993 war das WWW durch den neuen, leicht zu bedienenden Browser auch für Privatpersonen zugänglich und verzeichnete, trotz horrender Verbindungs- und Telefonkosten und zunächst quälend langsamer Technik, schnell steigende Nutzerzahlen.(17) Der Handel reagierte darauf fast unmittelbar und entdeckte das WWW als Verkaufs- und Werbeplattform.

Spätestens ab 1995 kann man daher in erster Linie von einem „werblichen Web“ als zentralem Charakteristikum des Web 1.0 – als Synonym für die erste Webgeneration – sprechen.

Trotz - und wohl auch gerade wegen – der anfangs sehr begrenzten technischen Möglichkeiten in Form von sehr geringer Übertragungsbandbreite (Modem) und nicht sehr weit entwickelten Programmen waren es vor allem gewerbliche Anbieter, die das WWW, durch Firmenhomepages und Online-Shops, zunächst in ganz einfacher - und heute eher skurriler Anmutung - und im Laufe der Zeit immer professioneller, voran brachten.



Image:Pepsi.jpg
obiges Bild zeigt die Firmenhomepage der Firma Pepsi im Jahre 1996.

Bei den Akteursstrukturen waren in diesen Jahren die Business to Business-, sowie vor allem die Business to Consumer Beziehungen vorherrschend. Der Handel betrieb hierbei fast ausschließlich eine reine unidirektionale Push-Kommunikation gegenüber dem Kunden. (18) Der Internetuser wurde auf statischen und meist nur selten aktualisierten homepages über die Firma, die Produkte, die Dienstleistungen, etc. ausführlich informiert und dazu – um die Kundenbindung zu erhöhen – unterhalten. Möglichkeiten zur Interaktion mit dem Unternehmen, zur Einflussnahme oder zur Gestaltung von Inhalten seitens des Users waren zunächst sehr beschränkt bis nicht vorhanden; der Fokus des Web 1.0 und seiner Applikationen lag klar auf dem Aspekt des Infotainment, die heute weit verbreiteten Sozialisationselemente des Internet spielten eine völlig untergeordnete Rolle.

Bedingt durch die steigende Popularität des Internet machte ab Mitte der 90er Jahre auch die technische Entwicklung gezwungenermaßen riesige Sprünge, um zunehmende technische Überlastungen auszugleichen. Zunehmend mehr Connection-Anbieter betraten den Markt und drückten die Verbindungspreise, was wiederum massenweise User und Anbieter anzog. Dies zeigt sich unter anderem auch an der exponentiell steigenden Zahl der Host-Anmeldungen: Gab es im Jahre 1993 etwa erst etwa 1.300.000 Internethosts, so waren es im Jahre 1997 bereits zwischen 16-20 Millionen. Das entspricht einem Wachstum von durchschnittlich 60 % jährlich.(19)



Image:Internethosts.jpg
Entwicklung der Internethost-Zahlen.

Zahlreiche technische Entwicklungen und Programme machten die Internetnutzung immer einfacher und komfortabler. Die Einführung von Breitband-Anschlüssen (DSL) Ende der 90er Jahre durch die Deutsche Telekom machte das WWW auch in Deutschland schließlich endgültig zum Massenprodukt.

Als Ende der Web 1.0-Ära kann der Herbst des Jahres 2001 angesetzt werden, als die „dotcom“-Blase der aufgrund des Internetbooms völlig überbewerteten Technologieunternehmen des Neuen Marktes (Nemax) platzte und sämtliche Kurse in den Keller fielen. Dieser Zeitpunkt kann – zumindest symbolisch – als Ende eines rein kommerziellen Internetzeitalters angesehen werden.(20)

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Quellen

16 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/World_Wide_Web, 28. Februar 2007

17 vgl. Wirtz, Bernd W., Medien und Internetmanagement, 5. Auflage, Wiesbaden 2006, S.566

18 vgl. www.perspektive-mittelstand.de, o.V., Unternehmenskommunikation: Web 2.0 gleich Kommunikation 2.0 – Teil 1? http://www.perspektive-mittelstand.de/pages/wissen-und-praxis/wissen-und-praxis_detail.php?ID=1040, 3. April 2007

19 vgl. http://is.uni-sb.de/studium/handbuch/geschint.html, 7. Februar 2007

20 vgl. Tim O’Reilly , What is the Web 2.0?, http://www.oreilly.de/artikel/web20.html, 29. Januar 2007

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