1.3 Web 2.0
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Ob die inhaltliche Entwicklung des WWW jedoch ohne den Börsencrash 2001 wesentlich anders verlaufen wäre, lässt sich sicherlich bezweifeln. Die inhaltliche Veränderung, die das Web nicht erst seit 2001 durchlaufen hat und deren Entwicklung auch heute nicht abgeschlossen ist, ist und war nicht vorrangig von der Wirtschaft bestimmt. Der Motor für die Veränderungen hin zum heute existierenden "Phänomen 2.0" waren vielmehr die Internetuser und deren sich verändernde Ansprüche. Der heute im Web 2.0 – dem „sozialen“ Web – vorherrschende Sozialisationsgedanke beispielsweise war schon in den frühen Neunzigern, also praktisch von Beginn an, vorhanden, wurde jedoch vor allem durch die in den ersten Jahren eingeschränkten Bandbreitenmöglichkeiten, Preise und durch die Vorherrschaft kommerzieller Seiten an den Rand der Nichtbeachtung gedrängt.
Nichtsdestotrotz lässt sich, laut Namensgeber O'Reilly, das Jahr 2001 als ein Zeitpunkt festsetzten, an dem die im Folgenden beschriebenen - und als wesentliche Charakteristiken des Web 2.0 definierten - Trends im WWW nicht mehr von der Hand zu weisen waren.(21)
Diese wurden und werden, im Gegensatz zu den Entwicklungen in den 90er-Jahren, maßgeblich von der Partizipation der Internetuser vorangetrieben.(22)
Seit 2001 setzen sich zunehmend verbindungszeitunabhängige Tarifsysteme, so genannte Flatrates, sowie die Breitband-Verbindungstechnologie (z.B. DSL) durch, die einer breiten Masse von Usern die finanziellen und - mit zunehmender Verbreitung der Anschlüsse – auch die technischen Möglichkeiten zur interaktiven Partizipation im Netz bieten. Erst Breitbandanschlüsse und Übertragungsgeschwindigkeiten im Mbit/s Bereich erlauben die Nutzung und auch die Kreation qualitativ hochwertigen Online-Contents wie Musik und Video und können als ein „Schlüsselfaktor“(23) für den erheblichen gegenwärtigen Auftrieb im Internetbereich(24) angesehen werden. Tatsächlich verzeichnete allein die deutsche Breitbandsparte in den Jahren 2004 bis 2007 einen Zuwachs von 167 % auf mittlerweile ca. 11,2 Millionen Anschlüsse. Ein weiteres Wachstum um ca. 50 % bis zum Jahr 2010 wird erwartet, sodass dann über 40 % der deutschen Haushalte – und damit ein weitaus höherer Anteil der Bevölkerung – über eine schnelle Internetverbindung verfügen werden(25) , was unter anderem auch als Indikator für die enorme Bereitschaft zu einer aktiven Partizipation im Web 2.0 verstanden werden kann.
Der Einfluss der neuen Trends und Entwicklungen innerhalb des Web steigt demnach auch linear mit den immer noch Rasant wachsenden Nutzerzahlen. Obwohl die meisten Neuheiten im Internetbereich aus dem nordamerikanischen Raum stammen, können zur Veranschaulichung dieses Phänomens Statistiken über die Internetnutzung in Deutschland herangezogen werden:
Laut der Forschungsgruppe Wahlen(26) , welche in regelmäßigen Abständen repräsentative Daten über die Internetnutzung in Deutschland erhebt, waren im Jahre 2001 bereits ca. 40 % aller erwachsenen Deutschen online (gegenüber ca. 12 % von 1999). Im vierten Quartal 2006 ermittelte das Institut bereits einen Nutzeranteil von 68 % gemessen an der Gesamtbevölkerung.(27)
Fast 70 % der Deutschen nutzen also heute das Internet; und besonders die jüngeren unter ihnen längst nicht mehr nur für "klassische" Anwendungen wie Information, Email, Einkauf und Online-Banking.
Diese werden mittlerweile vielmehr als selbstverständliche und alltägliche Werkzeuge nebenher benutzt. Ein Großteil der täglich neu entstehenden Applikationen unter dem Motto web 2.0 hingegen dienen heutzutage
vielmehr der Sozialisation und Kommunikation.
Sozialisation und Kommunikation sind zwei zentrale Elemente einen ganzen „Sets von Prinzipien und Praktiken“(28) , die auch Wortbegründer O’Reilly sowie zahlreiche andere Referenzen als charakteristisch und bezeichnend für das Web 2.0 ansehen.
Die drei wichtigsten werden im Folgenden vorgestellt:
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Quellen
21 vgl. Tim O’Reilly , What is the Web 2.0?, http://www.oreilly.de/artikel/web20.html, 29. Januar 2007
22 vgl. Tim O’Reilly , What is the Web 2.0?, http://www.oreilly.de/artikel/web20.html, 29. Januar 2007
23 Wirtz, Bernd W., Medien und Internetmanagement, 5. Auflage, Wiesbaden 2006, S.579
24 vgl. Wirtz, Bernd W., Medien und Internetmanagement, 5. Auflage, Wiesbaden 2006, S.579
25 vgl. Wirtz, Bernd W., Medien und Internetmanagement, 5. Auflage, Wiesbaden 2006, S.581
26 www.forschungsgruppe.de
27 Quelle: Forschungsgruppe Wahlen Online, http://www.forschungsgruppe.de/Studien/Internet-Strukturdaten/, 10. Februar 2007
28 Tim Oreilly, „What is Web 2.0“, a.a.O.

