2.2 Nutzerpräferenzen
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Die Nutzerpräferenzen innerhalb des Internets schwanken heute immer noch stark mit dem Alter der jeweiligen Nutzergruppe.(56)
Während Befragte der älteren Generationen in den Altersklassen ab 50 Jahren nach eigenen Angaben das Internet vornehmlich für „klassische“ Anwendungen wie E-Mail, Informationsbeschaffung, Preisvergleich, Shopping und Banking nutzen, finden sich die Nutzer von Anwendungen, die in den Web 2.0-Bereich fallen, wie Kommunikation, Interaktion, Chat, Musikdownload und Datentausch, vor allem unter den jüngeren Nutzern im Alter von 18 bis 35 Jahren.(57)
Besonders für die jungen männlichen Erwachsenen, aber auch in zunehmender Weise für Frauen desselben Alters ist das Internet heute zum wichtigsten Medium aufgestiegen und im alltäglichen Ablauf fest verankert.(58) Sie sind damit seit ihrer Kindheit aufgewachsen und ständig mit dem Internet in Berührung. Daher werden die oben als „klassische“ Funktionen benannten Anwendungen werden von Ihnen als selbstverständlich angesehen und nur nebenher genutzt. Das Internet erfüllt besonders für die jüngeren von ihnen vornehmlich Funktionen der Unterhaltung, der Kommunikation und des Austauschs und ist fest in ihre Sozialsphäre integriert.
Trotz dieser altersbedingten Präferenzunterschiede gibt es im Internetbereich nichtsdestotrotz eine generelle Veränderung der Nutzerpräferenzen hin zu mehr Inhalten aus dem Bereich des Web 2.0: Schon heute wird das Internet von der Mehrzahl der Nutzer nicht mehr vorrangig zur Informationsbeschaffung und zum Shopping, sondern in gleichrangiger Weise auch zur Kommunikation uns Sozialisation benutzt. Der Einfluss der Inhalte aus dem Web 2.0-Bereich wird dabei im Laufe der nächsten Jahre noch weiter an Dominanz gewinnen.
Eine weitere Veränderung, die den Web 2.0 Applikationen, die, wie im weiteren Verlauf der Arbeit noch deutlich werden wird, oftmals einer schwierigen Finanzierungssituation unterliegen, entgegenkommt, ist die gesteigerte Bereitschaft der Nutzer für Angebote aus dem „Paid Content“-Bereich, also der Sphäre der bezahlpflichtigen Inhalte.(59) Besonders die Bereiche Erotik und Online-Gaming verzeichnen hierbei hohe Zuwachszahlen.(60) Bisher schreckten die Internetnutzer, auch wegen der vor einigen Jahren noch hohen Verbindungspreise, noch vor bezahlpflichtigen Inhalten eher zurück. Mit den heute üblichen Flatrates und den schnellen Breitbandverbindungen hat sich dies geändert. Nutzer sind heutzutage durchaus eher bereit, für Inhalte zusätzliche Gebühren aufzubringen. Vorraussetzung hierfür ist jedoch eine hohe Qualität der gebotenen Inhalte und ein deutlich spürbarer Mehrwert, der für den Nutzer durch die Bezahlung entsteht.(61)
Obige Abbildung zeigt, wie sich der Anteil der kostenpflichtigen Inhalte voraussichtlich bis 2010 entwickeln wird.
Im heutigen Zeitalter eines Vielfältigen Angebotes und vieler Alternativen legen Internetnutzer außerdem immer verstärkter Wert auf eine individuelle Personalisierbarkeit der von ihnen genutzten Anwendung oder Seite.
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Quellen
56 vgl. Wirtz, Bernd W., Medien und Internetmanagement, 5. Auflage, Wiesbaden 2006, S.576 u. 577
57 vgl. Forschungsgruppe Wahlen Online, a.a.O.
58 vgl. o.V., heise-online.de, Internetnutzung wächst weiter kräftig, http://www.heise.de/newsticker/meldung/87528/from/rss09, 4.April 2007
59 vgl. Wirtz, Bernd W., Medien und Internetmanagement, 5. Auflage, Wiesbaden 2006, S.577
60 vgl. Wirtz, Bernd W., Medien und Internetmanagement, 5. Auflage, Wiesbaden 2006, S.567
61 vgl. Annemike Meyer, contentmanager.de, Paid Content – Der Markt für online-Inhalte, http://www.contentmanager.de/magazin/artikel_284_paid_content.html, 4.April 2007


