3.4 Marketing

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In marketingtechnischer Hinsicht kommt den Anwendungen aus dem Bereich des Web 2.0 entscheidend zu Gute, dass sie per se auf eine kommunikations- und sozialisationsfreudige Nutzergruppe abzielen und in hohem Maße auf deren intensive Interaktion und Partizipation setzen.(72) Ein Nutzer, der eine Web 2.0-Anwendung besucht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf anderen, kommunikationsintensiven Plattformen „unterwegs“ sein und seinen positiven Eindruck von der soeben besuchten Seite gegebenenfalls mit dorthin tragen und auch publik machen. Somit lassen sich im Web 2.0-Bereich im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen ohne größeren finanziellen Aufwand enorme virale Marketingeffekte erzielen.(73)

Unter Viralem Marketing versteht man die Bekanntmachung eines Produktes oder einer Plattform via einer positiven Mundpropaganda der Nutzer. Besonders angesichts der sehr aktiven Bloggerwelt, der vielen Communities, Chats und Foren lässt sich so theoretisch in relativ kurzer Zeit schneballmäßig eine enorme Bekanntheit erreichen.

Vorraussetzung hierfür ist selbstverständlich, dass der Besucher der eigenen Seite eben diesen positiven Eindruck erhält. Dies beispielsweise durch Usability, Geschwindigkeit, und die Hochwertigkeit des Angebots sicherzustellen ist essentielle Grundlage eines erfolgreichen Marketings.(74)

Trotz dieses enormen Vorteils gegenüber anderen Wirtschaftsbereichen kann sich auch für Web 2.0 – Anwendungen die Notwendigkeit ergeben, weitere Marketingmaßnahmen zu ergreifen, wenn die Charakteristiken der Zielgruppe oder die Konkurrenzsituation es erfordern. Eine genaue Analyse und Überprüfung derselben ist dazu bereits im Vorfeld des Launches der Anwendung nötig.

Besonders vor und um den Lounchtermin einer Plattform herum ist ein intensives Marketing im Interesse des essentiell wichtigen schnellen Wachstums enorm wichtig.(75)

Anzustreben sind im weiteren Verlauf allerdings nicht nur Maßnahmen, die die Bekanntheit eines neuen Produktes fördern, sondern besonders auch solche, die auf die weitere Bindung des bestehenden Nutzerstamms an die eigene Plattform ausgerichtet sind. (76) Besonders effektiv sind in diesem Zusammenhang solche Maßnahmen, die den Nutzen der Plattform für den Nutzer, möglichst auch auf Bereiche außerhalb des Internet, ausdehnen.(77) Beispielhaft seien hier die Ausrichtung exklusiver Partys für Community-Mitglieder, wie im Falle der Community beautiful-partypeople.de, oder die Einführung einer Kundenclub-Karte mit gekoppelten Vergünstigungen genannt. Studien haben gezeigt, dass besonders monetäre Vorteile im echten Leben, sei es durch verbesserte Geschäftsbeziehungen oder durch Rabatte durch eine Kundenclub-Karte, besonders effektiv für die Kundenbindung sind.

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Quellen

72 vgl. Wirtz, Bernd W., Medien und Internetmanagement, 5. Auflage, Wiesbaden 2006, S.612

73 vgl. http://www.abseits.de/viralmarketing.htm, 4. April 2007

74 vgl. Wirtz, Bernd W., Medien und Internetmanagement, 5. Auflage, Wiesbaden 2006, S.618

75 vgl. Wirtz, Bernd W., Medien und Internetmanagement, 5. Auflage, Wiesbaden 2006, S.610

76 vgl. Wirtz, Bernd W., Medien und Internetmanagement, 5. Auflage, Wiesbaden 2006, S.610

77 vgl. Wirtz, Bernd W., Medien und Internetmanagement, 5. Auflage, Wiesbaden 2006, S.611

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