6. Fazit und Zukunftsausblick
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Eingangs stellte sich die Frage: Ist das Web 2.0 nur eine Blase oder hat es – besonders in wirtschaftlicher Hinsicht – realistische Zukunftschancen? Diese Frage findet am Ende dieser Projektarbeit aus mehreren Gründen eine positive Antwort:
Zum einen stellt sich die Frage nach einem wirtschaftlichen Überleben für eine Vielzahl von Anwendungen innerhalb des Web 2.0 gar nicht erst. Die größte Zahl aller Blogs – um nur ein Beispiel zu nennen - ist in privater Hand, Corporate blogs werden vom dahinter stehenden Unternehmen sicher finanziert.
Die wirtschaftliche Existenzfrage stellt sich nur für solche Anwendungen, die das Web 2.0 als unternehmerischen Selbstzweck verfolgen, beispielsweise also Communities wie das zuvor beleuchtete StudiVZ, deren Kern die Bereitstellung einer Plattform ist, welche sich dann selbst refinanzieren muss.
Der Erfolg einiger diese Plattformen, wie beispielsweise Xing, beweist jedoch, dass mit dem richtigen Konzept ein erfolgreiches Wirtschaften mit einer reinen Web 2.0 Anwendung durchaus möglich ist.
Es ist allerdings unbestreitbar, dass sich, besonders aufgrund der beschriebenen Veränderungen der Nutzerpräferenzen und deren Verhaltens, für Web 2.0 Plattformen einige Herausforderungen und Hindernisse auftun, denen Internetpräsenzen anderer Bereiche nicht zwingen unterliegen, die aber für diejenigen Anwendungen des Web 2.0 umso entscheidender sind:
Im Verlauf der Arbeit hat sich immer mehr die Wahl des richtigen inhaltlichen Konzeptes als existentiell wichtig herausgestellt. An Hattrick beispielsweise zeigt sich deutlich, dass, je populärer und begeisterungsfähiger das Thema – in diesem Falle Fußball – ist, auch die Bereitschaft der Nutzer steigt, zusätzliche Gebühren aufzubringen, welche sich, angesichts mangelnder Werbeakzeptanz der Nutzer, als wichtigste Finanzierungsform hervorgetan haben. Diese Bereitschaft steigt darüber hinaus umso mehr, je höher der Produktnutzen der Plattform ist, wie am Beispiel von Xing deutlich geworden ist. Das inhaltliche Thema ist dabei stets ausschlaggebend für die Wahl des Finanzierungs-Mix. Ist dieser allerdings erst einmal gefunden und eine kritische Nutzermasse erreicht, können auch Web 2.0 Plattformen durchaus profitabel sein.
Überrascht hat im Verlauf der Arbeit der Charakter des Marketing innerhalb des Web 2.0: Hier ist festzustellen, dass diesmal die veränderten Nutzerpräferenzen den Unternehmen weniger Steine in den Weg legen, als Chancen bieten. Die äußerst Hohe Kommunikationsbereitschaft und Aktivität der Nutzer macht große Marketingaufwendungen, bis auf wenige Ausnahmen in gesteigertem Konkurrenzumfeld – siehe Partnerbörsen –, zum größten Teil unnötig. Virales Marketing in Form von Mundpropaganda allein reicht, angesichts der Aktivität der Zielgruppe, für ein schnelles Erreichen notwendiger Netzwerkeffekte und Markenstatus häufig aus. In marketingtechnischer Hinsicht bietet das Web 2.0 Geschäftstreibenden also weitaus mehr Chancen, als dass es Risiken birgt; ein weiterer Grund, weshalb das Web 2.0 nach Meinung der Verfasser zukunftsfähig ist.
Dritter und entscheidender Grund allerdings für die Überlebensfähigkeit des Web 2.0 ist aber, dass dessen Zukunft nicht vorrangig in den Händen der Gewerbetreibenden, sondern in denen der Nutzer liegt, die, angetrieben durch Aktivität und Kommunikationswillen und jetzt, da sie die technischen Vorraussetzungen dazu besitzen immer neue Plattformen erfinden.
In diesem Zusammenhang beantwortet sich schließlich auch die in der Einleitung zuletzt gestellte frage nach dem Wert des StudiVZ:
Angesichts immer weiter steigender Nutzerzahlen und einer immer größeren Differenzierung des Online-Angebotes stellen gerade solche Plattformen, die es schaffen, User einer demografisch klar eingegrenzten Gruppe (siehe StudiVZ) gleich in Millionenhöhe auf sich zu vereinen, für finanziell potente Werbetreibende eine sprichwörtliche „Marketing-Goldgrube“ dar – und der Zugang zu mehr als 1,5 Millionen Studenten und zu deren Interessen gleichzeitig ist sicherlich die bezahlten 100 Millionen Euro wert.
Quellen

