Blog
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Der Begriff
Sollte ein Zahnarzt bloggen?
Blog ist die Kurzform von Weblog, was soviel bedeutet wie Internettagebuch. Eine Person, eine Gruppe oder ein Unternehmen posten in regelmäßigen Abstände Themen oder Personen bezogene Artikel. Interessierte Gäste können die Beiträge kommentieren und so aktiv Stellung beziehen. Weniger die technische Neuerung (bei Gästebücher und Foren gab es die technischen Funktionen längst) als die Aktivität des Bloggens selbst ist das Phänomen. Mit 100 Millionen Menschen, die mittlerweile bloggen, ist es eine symptomatische Anwendung für die Entwicklungen des Web 2.0. Neben der dafür typischen Auflösung zwischen dem Medienkonsumenten und Produzenten, spielen Blogs für die öffentliche Meinungsbildung eine immer größere Rolle und werden in der Zeitung, dem Fernsehen etc. zitiert. Durch die Vernetzung von Blogs untereinander, können sie in Suchmaschinen auf höhere Ränge klettern als die Seiten der Diskussionsgegenstände und nehmen so nicht nur quantitativ als auch qualitativ an Bedeutung zu.
Der Weblog als internes oder externes Kommunikationsinstrument für ein Unternehmen nennt sich Corporate Blog.
Interessante Informationen finden sich auch unter Corporate Weblogs (Medienprojektarbeit)
Geschichte
Auch wenn sich die Entstehung des Weblogs aufgrund der verschiedenen ineinander greifenden technischen und sozialen Entwicklungen nicht genau datieren lässt, so gibt es doch einige Meilensteine, die zunächst in Amerika und dann in Deutschland seine Entwicklung begünstigten.
Tim Berners-Lee eröffnete Anfang der 90er wahrscheinlich den ersten Blog. Er gilt als (Mit-) Erfinder des WWW und hielt auf seiner Website jeweils die zu letzt entstanden Websites fest. Ein ähnliches Modell fuhr Netscape Mitte der 90er. 1997 entstand die erste Weblog-Community (Cam-world) zu diesem Thema. Der US-Amerikanische Softwareentwickler Dave Winer mit seinem Weblog Scripting News (http://www.scripting.com/) war ein ebenfalls wichtiger Wegbereiter. Jesse James Garrett zähle auf seiner Website ‚page of only weblogs' bis 1999 23 Weblogs. Der echte Durchbruch gelang im Jahr 2000. Kurz nach dem Anschlag des 11.09.2001 auf das World Trade Center waren die meisten Nachrichtenseiten traditioneller Medien im Internet wegen der hohen Besucherzahlen und dem daraus entstehenden Traffic überlastet und nicht mehr erreichbar. Doch da Weblogs aufgrund der großen Vernetzung untereinander über die dezentrale Struktur die Zugriffe verteilen, waren sie erreichbar. Als weiterer Meilenstein ist der Afghanistan-Krieg 2001/2002 zu erwähnen. Weblogger konnten hier wesentlich kritischer und freier Bereicht erstatten als andere amerikanische Medien. Seit dem Jahr 2001 wird bloggen auch in Deutschland beliebter. Vermutlich ist es auch auf die Verbreitung kostenloser Publishing-Systeme zurück zu führen, dass die nicht-technik-affine breite Öffentlichkeit den Weblog (zunächst als Online-Tagebuch) entdeckte. (Quelle 2)
Technik
Die zugrunde liegende Technik der Internetanwendung Weblog stellt kaum eine Neuerung dar. Sie ist ein Web-Content-Management-System basierend auf HTML und XML.Weblog-Systeme beinhalten neben des Personal Publishings viele weitere Funktionen für Interaktion des Bloggers mit seinen kommentierenden Webteilnehmern. Linkssammlungen, so genannte Blogrolls, weisen auf weitere Blogs hin, auf die der Blogger Bezug nimmt oder empfiehlt. Bezieht sich ein Post auf einen Artikel eines anderen Blog, kann dieser durch die Funktion Trackback bei dem Artikel des anderen als Kommentar erscheinen.
Der Verlinkung unter verschiedenen Blogs über Trackbacks spielt eine große Rolle. Je öfter ein Blog verlinkt ist, desto höher erscheint er in Suchmaschinen-Rankings. Deswegen verfügt die gängige Blog-Software über einen SPAM-Schutz und überprüft,ob der trackback-sendende Ausgangsblog, tatsächlich auf den Artikel verlinkt. Die Funktion Pingback geht noch einen Schritt weiter, sie findet automatisch Posts in anderen Blogs und fügt sie bei Kommentaren ein.
Really Simple Syndication (RSS) ist ein oft im Zusammenhang mit Weblogs gebrauchtes Format.
Return on Blog
Der Erfolg von Weblogs ist schwieriger zu messen als bei anderen Online-Kommunikationsmitteln. Er lässt sich nicht (nur) in Zahlen ausdrücken, jedoch gibt es Kriterien, die einen erfolgreichen Blogs ausmachen. Es gibt zwar messbare Indikatoren, diese allerdings nicht so aussagekräftig wie die nicht messbaren.
a. Qualitative Indikatoren nach Debbie Weil
- Vernetzung und Auffindbarkeit
- Einfluss und Mundpropaganda
- Konversation
- Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit
b. Quantitative Indikatoren
Wie auch bei statischen Webseiten interessiert den Weblogsbetreiber wie viel Menschen seinen Blog lesen, abonniert haben, einzelne Artikel lesen und wie lange sie darauf verweilen. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Webseiten haben durch den inhaltlichen Schwerpunkt auf Interaktion und Kommunikation, qualitative Kriterien eine höhere Signifikanz als die quan-titativen. Die Kennzahlen aus der Internetwerbung sind nicht eins zu eins anwendbar auf Weblogs. Dennoch sind sie gängige Mittel die Frequentierung einer Website oder eines Werbebanners zu messen und bieten zumindest eine Annäherung.
Ein Visit ist ein zusammenhängender Nutzungsprozess eines Besuchers. Er definiert wie oft eine Seite besucht wird und ist somit ein Indikator für den Kontakt mit dem Werbeträger.
Mit PageImpressions werden die Interessenschwerpunkte der Nutzer deutlich, sie zeigen an wie häufig Unterseiten aufgerufen werden.
Mit Hilfe Session-Management können typische Aktivitätssequenzen der Nutzer feststellt werden. Darunter fallen Handlungsabfolgen bezüglich der im Verbund aufgerufenen Websites, Zeitpunkte wann Besucher eine Seite betreten, verlassen und die Verweildauer. Zum Beispiel kann untersucht werden, wie lange durchschnittlich ein User eine Seite betrachtet bis ein bestimmt Download ausgeführt wird. 3
Des Weiteren gibt es Kennzahlen, die sich speziell aus der Anwendung und Technik des Weblogs ergeben:
Die Anzahl der RSS-Abonnements und -Abrufe lässt darauf schließen wie viele Leute regelmäßig Inhalte des Blogs konsumieren. Die Anzahl der Kommentare ist ein Indikator für die Menge an Interaktion, die Anzahl Kommentatoren im Verhältnis zu ihrer durchschnittlichen Kommentarzahl kann einen Hinweis auf die Qualität der Kommentare geben. Möglicherweise gibt es nur eine Handvoll von Kommentatoren, die dafür aber täglich mehrmals kommentieren oder aber duzende, die im Schnitt aber nur ein oder zwei Statements abgeben.
Die Anzahl Trackbacks, Pingbacks und Links von Blogrolls die auf den Blog verweisen auf den Grad der Vernetzung des Blogs in der Blogosphäre.
Blog Monitoring
Beim Blogmonitoring möchte das Unternehmen herausfinden in welchen Blogs wie über es berichtet wird. Es kann sich auch auf die Branche, aktuelle Themen oder die Konkurrenz beziehen. Von der manuellen Suche bis zu hochprofessionellen Blog-Monitoring-Systeme gibt es viele Möglichkeiten Blogmonitoring zu betreiben.4
Die Suchmaschine Technorati bietet kostenlos das Werkzeug an um heraus zu finden wie viele Blogs auf das Unternehmen linken. Eine weitere Möglichkeit sind RSS/Feedreader, mit denen der Nutzer die verschiedenen Blogs überwachen kann.
Linksammlung für den Einstieg
- http://www.plasticthinking.org/wiki/TextSearch?phrase=WeblogSoftware
- http://www.plasticthinking.org/wiki/WeblogAnbieter
- http://www.stefanbucher.net/weblogfaq/
- http://bloganbieter.de/2006/05/14/welches-blogsystem-dominiert/
- https://beta.blogger.com/start
- Liste Marketingblogs -http://www.marketing-boerse.de/Fachartikel/details/Blogs
Quellen
1 http://www.bernd-schmitz.net//podcast/index.php?cat=Multimedia -> Coporate Weblog
2 http://www.tzwaen.com/publikationen/diplomarbeit/diplomarbeit-weblogs.pdf
3 Vgl. Fritz, Wolfgang, Internet-Marketing und Electronic Commerce, Gabler Verlag, Wiesbaden 2004, S. 272.
4 http://news.prva.at/index.php/weblog/more/blogmonitoring_man_spricht_ueber_sie/

