Donnerstag, 21. Dezember 2006
Aus MultimediaWiki
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Thema Kosten und Kalkulation von Multimedia!
Bergmann & Moore
Entwicklungs- und Konzeptionsphasen einer Multimediaproduktion
Inhaltsverzeichnis |
Multimedia und Kalkulation
Die Kosten für Multimedia sind schwer kalkulierbar/prognostizierbar.
Der Auftraggeber stellt ein Budget zur Verfügung, orintiert sich dabei oft an den Anwendungen der Konkurrenz.
Jede Anwendung ist individuell, ein Unikat.
Die Kosten werden bestimmt durch: Basismaterialien, Anforderungen an die Konzeption, Pflege durch Updates.
Oft sind komplexe Produkte erst durch Prototypen kalkulierbar. Diese sind besonders dann notwendig, wenn der Kunde kaum Erfahrung mit multimedialen Anwendungen hat.
Es gibt verschiedene Standardpreise, die als Grundlage der Kalkulation herangezogen werden können (Web-Preise, Web-Auftritt,...), hierbei ist zu berücksichtigen, dass Vorkosten, wie zum Beispiel Versicherung und Projektmanagement, am teuersten sind. Daher muss die Überlegung, "make or buy" immer berücksichtigt werden, um so Kosten zu reduzieren.
Überschlagsrechnung Bergamnn & Moore
Da die Kosten für Ton und Video mit der Laufzeit steigen, existiert eine Überschlagsrechnung zur Kalkulation multimedialer Produkte nach Bergmann und Moore: Qualität x 60.000 Euro x Laufzeit in Stunden (Dauer für Konsument, um eine Anwendung von Anfang bis zum Ende durchzuführen). Diese Rechnung dient als Anhaltspunkt. Stundensätze und zusätzliche Kosten (Update, Wartung, Software, Transport) bleiben dabei unberücksichtigt.
41 % der Multimedia-Leistungen werden nach einer Pauschale berechnet,
59 % nach dem Aufwand.
Die klassische Abrechnung, die Kalkulationssystematik zur internen Kostenkalkulation, enthält 5 Oberthemen und 14 Unterpunkte.
Zusätzlich existiert ein Pflichtenheft, das die Vertragsgrundlage bildet.
Die Schritte einer multimedialen Konzeption lauten:
- Grobkonzept (Ideenfindung)
- Pflichtenheft (detaillierte Auflistung, Vertragsgrundlage)
- Feinkonzept (Spezifizierung des Grobkonzeptes)
- Prototyp (i.d. Regel optional - nur bei großen Projekten)
- Drehbuch
- Medienproduktion
- Vertrieb / Verteilung
Es findet ein immer detaillierteres Vorgehen statt, zwischen den einzelnen Phasen ist eine ständige Abstimmung mit dem Kunden nötig, um so Fehler früh erkennen und beheben zu können.
ausführliche Beschreibung eine generischen Multimediakonzeption
- Grobkonzept - Projekt wird definiert, in Grundzügen beschrieben und Kalkulationsgrundlage geschaffen - Szenarien (Kommunikationsziel, Zielgruppe, Einsatzort) - Struktur der Inhalte (linear, hierarchisch, non-linear) - Interaktion / Navigation (z.B. durch Klicken/Touchen, Texteingabe, Drag&Drop, Ausdruckmöglichkeiten, Aufruf/Abbruch von Ton, Video, Animationen - Verwendete Medien (techn. Voraussetzungen, Autorentool etc.) und Urheberrecht - Grundanforderungen an das Design (Art der Präsentation, CI, visuelle Standards, Layout und Grafik) - Zeitplan (Zwischenstandstermine, Fertigstellungstermin) - Kosten (Budget, Leistungen, Rechte, Lizenzen -> min. 10 % Reserve einplanen) - Programmiertool (Software-Plattform, Autorensoftware, Tools, Medienformate)
- Pflichtenheft / Lesitungsbeschreibung (ständig begleitend Usability!) - ist die Entwicklungs- und Produktionsbasis in der das Projektergebnis prognostiziert wird - alle Festlegungen des Grobkonzeptes sollten enthalten sein - ebenso sind Termine und Features genauestens zu beschreiben - steckt den juristischen Rahmen ab - Wichtige Inhalte: - Vertragspartner – Ansprechpartner - Präambel, Projekthintergrund, -ziele, Kommunikationsziel, Zielgruppe, Einsatzorte - Themenliste mit evtl. Laufzeit - Interaktions- und Navigationsstruktur, Navigationselemente, evtl. Dramaturgie - Beschreibung des Medieneinsatzes - Grundanforderungen an das Design (Stil, Metapher) - Definition der Zielkonfiguration (Hard- und Software) - Zeitplan – Vorgehensweise bei Verzug Kund, bei Verzug Lieferant - Zahlungsplan der Teilleistungen - Liefermodalitäten - Bedingungen für Gewährleistungen und/oder Vertragsauflösungen - Rechte der Vertragsparteien - Projektmanagement, Verantwortliche - dazu evtl. Demoversion (präzisiert Kostenkalkulation, gibt Kunden genauere Vorstellung vom Endprodukt)
- Feinkonzept - hier wird der im Grobkonzept skizzierte Rahmen mit Leben gefüllt - evtl. Bewertungskatalog einzelner Elemente für ständige Kostenkontrolle - beschreibt die Inhalte für die Screens und abschnittsweise die Formulierung der einzelnen Medien, der Medienkombination, die Texte, Bilder und Grafiken, den Ton, Video und evtl. Animationen - beschreibt Detailumsetzung des Interface-Designs inkl. Button-Layout und Reaktionen des Systems - evtl. Prototyp zur Lösung und Test von programmspezifischen Anforderungen
- Prototyp - je nach Projektgröße ist ein Prototyp der Anwendung notwendig (i.d.R. ab 100.000€) - zeigt wichtigsten Funktionalitäten, ähnlich einem Miniaturmodell in der Architektur - Kosten können hoch sein, vermeiden jedoch nachträgliche Reklamationen
- Drehbuch - resultiert aus Grob- und Feinkonzept, sowie evtl. dem Prototypen - praktische Umsetzungsanleitung (Wassteht wo? Was passiert wann?) - Abstimmung zwischen Hersteller und Auftraggeber dringend notwendig
- Produktion - Kommunikative Strukturen, Drehbuch, Umsetzung des Kommunikationskonzeptes - Auswahl und Gliederung der Inhalte, Navigation, Interaktion - Benutzungsmöglichkeiten und Abläufe festlegen - Texte formulieren + implementieren (Schriftart, Stil, Sprache,) - Recherche, Akquisition und Redaktion des Materials
- Vertrieb - Wie kommt das Produkt an den Kunden bzw. Nutzer? - Wann beginnt die Verkaufsankündigung / Werbung ? - Vertriebsaktivitäten des Kunden unterstützen durch Demo-Version, Beschreibungen, techn. Hintergrundinformationen - Festlegung von Verkaufspreis, Auflage, PR-Maßnahmen - PR zur Einführung des Produktes ist nach innen (Auftraggeber) und nach außen (Markt) nötig
Ständige Aufgaben - Projektmanagement (Koordination des gesamten Objektes -> Ziel, Kosten) - Qualitätskontrolle (Gleichgewicht herstellen zwischen Qualität, Kosten, Zeit; einhalten technischer Standards; Kundennutzen; Ursprungsidee gut umgesetzt?) - Finanzkontrolle (Kostentransparenz herstellen; Budget eingehalten ?) - Dokumentation (Entwicklungsablauf, Zwischenergebnisse, Vereinbarungen mit dem Kunden, Arbeitsergebnisse, Standards, Formate, Strukturen -> z.B.durch Drehbuch) - Kundenkontakt (Entwicklungsstand, Änderungswünsche)

