SS 2007 Thema Web 2.0 Übersicht

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Inhaltsverzeichnis

Aufgabe

In Zeiten florierender Start-Ups im Internet und täglich neu erscheinender Web-Angebote ist es wichtig der Überblick zu behalten um sich nicht zu entfremden. Dazu ist es unerlässlich seine bis zur Routine perfektionierten Verhaltensweisen zu vergessen und sich in Richtung Zukunft zu verändern. Dabei hilft einem ein guter Überblick über Stärken und Schwächen des Angebotes.

  • Bitte geben Sie ein Überblick über die aktuelle Marktsituation un den 15 wichtigsten Web 2.0- Seiten im deutschsprachigen Raum
  • Bitte beschreiben sie 3 davon.
  • Beschreiben Sie kurz die Historie des Webs
  • Was kommt nach dem Web 2.0?

Antwort

Die Medien- und Kommunikationslandschaft boomt, immer neuere Formen der Informationsübertragungen entstehen, rasante Veränderungen und Umbrüche zeichnen den heutigen digitalen Markt. Informationen können ohne Zeitdifferenzen vermittelt und transportiert werden. Aktion und Reaktion fallen nahezu zeitgleich aufeinander. Der heutige Markt ist vom Web 2.0 geprägt. Hier werden Konsumenten zu aktiven Produzenten (auch Prosumenten genannt). Das Internet ist zur meinungsbildenden Plattform und Selbstdarstellungszwecken geworden. Der Nutzer ist in der Lage, selbst Informationen zu verbreiten mit Hilfe von Webseiten, Blogs und sozialen Netzwerken. Das sogenannte social Web dient als Online Lagerstätte für Content. Auf diese Form des Bürgerjournalismus reagieren auch die Unternehmen und richten ihr Augenmerk auf die neuen Möglichkeiten, die ihnen Blogs, Tags und Podcasts bieten, um mit potentiellen Kunden zu kommunizieren.

15 wichtigsten Web 2.0-Seiten:

  • places.com
  • Mister-wong.de
  • Qype.de
  • studivz.net
  • twitter.com
  • digg.com
  • del.icio.us
  • myspace.com
  • flickr.com
  • youtube.com
  • secondlife.com
  • clipfish.com
  • joost.com
  • xing.de
  • ask.com
  • last.fm
  • technorati.com
  • myvideo.de
  • facebook.com
  • lokalisten.de


  • Misterwong ist die größte deutschsprachige Social-bookmarking-Site. Social Bookmarks sind Lesezeichen über Internetseiten (ähnlich wie die Favoriten im Browser), die mit Metadaten (Tags) versehen sind. So lassen sich Seiten, die andere Benutzer aufgespürt haben und für sehenswert eingestuft haben, diese Kategorien zuweisen, nach denen man wieder suchen kann. Es handelt sich also um ein "menschliches" Suchverzeichnis, das im Regelfall mehr Relevanz hat als eine Suchmaschine wie google. Während Google Internetseiten nach den gewünschten Wörtern durchsucht, und dabei oft Ergebnisse angezeigt werden, die mit dem eigentlich gewünschten Thema gar nichts zu tun haben, sind die Suchergebnisse bei Mister Wong wesentlich brauchbarer, da nur eine Tag-Suche erfolgt. Das neue Problem: wenn jemand schlecht tagged, sucht man auch nur in schlechten Tags. Man muss seine Bookmarks nicht öffentlich machen, sondern kann sie auch nur privat für sich oder seine Freunde (Buddy's) anzeigen lassen. So kann die Seite spon.de unter "Spiegel", "information" und "aktuell" einsortiert werden. Alle Seiten die unter "information" getagged sind, lassen sich so anzeigen. Mister Wong zählt zu den 60 meistbesuchten Websites in Deutschland. Vergleichbare Angebote sind digg.com, del.icio.us und qype.com.


  • flickr ist die weltweit größte fotosharing-site und gehört zu Yahoo. Hier können registrierte User ihre Fotos hochladen, taggen und austauschen. Über diverse gadgets, die auf der eigenen Seite eingebunden werden können.
  • Bei dem Portal del.icio.us handelt es sich um ein amerikanisches Social Bookmarking Tool. User stellen ihre favorisierten Bookmarks und Links über das Portal online, andere User können dann auf diese Daten zugreifen. Für eine schnelle und effektive Suche werden die Bookmarks / Links mit Hilfe von Tags beschrieben. Die Suche kann dabei auch über Themen geleitet werden. Hat ein User seine eigene Favoritenliste über del.icio.us erstellt, kann er diese per Mail-Anhang an Freunde verschicken oder einfach auf der eigenem Homepage oder dem eigenen Blog veröffentlichen. Darüber hinaus stellt das Portal ein Tool zur Verfügung, das in jede Webseite einfach eingebunden werden kann und das schnelle Verlinken einer favorisieren Seite mit der del.icio.us-Liste ermöglicht. Diese Web 2.0 Anwendung lebt primär vom Netzwerkeffekt und einer „kollektiven Intelligenz“.
  • Qype ist eine weitere web 2.0 Anwendung. Es handelt sich um eine Community, in der die User Empfehlungen geben. Diese Empfehlungen beziehen sich - nach Städten geordnet - auf Dienstleistungen, Bars, Diskotheken, Restaurants usw. Man kann 1-5 Sternen vergeben und zusätzlich einen kurzen Kommentar dazu schreiben. So finden auch Stadtfremde schnell Anschluss und selbst Insider lernen neue Facetten ihrer Stadt kennen.
  • youtube.com ist eine Plattform zum Austausch von Videos. Im Herbst 2006 war die Website besonders in den Medien, weil Google youtube.com für eine Rekordsumme von 1,6 Mrd. Dollar gekauft hat. Täglich werden nahezu 80.000 Videos hochgeladen und über 1 Million Videos angesehen. Die hochgeladenen Videos unterscheiden sich in ihrer Art: Von Fernsehausschnitten über Konzertemitschnitte und selbstgedrehten Videos ist fast alles vorhanden. Viele kritisieren den Urheberrechtsmissbrauch, Qualität der Videos und dass jeder zu den Videos Zugang hat und den daraus resultierenden nicht eingehaltenen Jugendschutz.
  • studivz.net ist eine Online-Community, in der sich Studenten, Dozenten, Abiturienten und Alumni anmelden und sich ein öffentliches (oder geschütztes) Profil erstellen können. Inzwischen gibt es das Studiverzeichnis auch auf italienisch, spanisch, französisch und polnisch. Die wichtigsten Funktionen: Suchfunktion nach Name, Universität etc., Erstellung von Fotoalben, Mitgliedschaften in sogenannten "Gruppen" sowie Nachrichten verschicken. Im Herbst 2006 wuchs das Studiverzeichnis rasant und hat nach Angaben des Betreibers über 2 Millionen User. Es wurde für geschätzte 55 Mio. Euro von Holtzbrinck VC gekauft und ist heute vor T-Online mit 2,6 Mrd. Page-Impressions die häufigst besuchte Seite im deutschsprachigen Raum. Bei einem Dumping-TPK von 15 Euro und einer lukrativen Zielgruppe dürfte sich der Kauf also bald armortisieren.
  • myspace.com ist DAS soziale Netzwerk weltweit. Auf "myspace.com" hat Jedermann die Möglichkeit sich durch eine kurze Anmeldung ein Profil zu erstellen, welches individuell gestaltet werden kann. Es können durch hmtl-codes, die durch externe Dienste kostenlos automatisch generiert werden, einfach Layoutes eingebunden werden. Ebenso Foto-Sideshows, und weitere multimediale Komponenten. Denn "myspace.com" bietet ähnlich wie "Youtube" die Möglichkeit private Videos hochzuladen und der weltweiten Nutzerschaft zu präsentieren. Außerdem bietet es Bands die Chance ein "Band-Profil" zu erstellen und Musik zum anhören oder auch zum downloaden anzubieten. Diese Musik können die privaten Nutzer dann in ihr Profil einbinden. Es ist außerdem möglich Freunde hinzuzufügen, so auch Bands. Immer häufiger finden sich dort auch Unternehmen ein, die als Person über ein Profil auftreten. Diese kommerziellen Profile nennt man "Branded Profiles". Eine neue Möglichkeit der Markenbindung, denn durch eine Freundschaftsanfrage bekennen sich Myspace-Nutzer zu der Marke und bieten dem Unternehmen eine neue Plattform der gezielten Werbung. Durch sogenannte Bulletins (eine Art Nachrichtendienst) können gezielt "Freunde" angeschrieben werden. So können Promotionaktionen und Events einfach kommuniziert werden, beinahe ohne Streuverluste. Myspace.com wurde von Rupert Murdoch für 580 Mio. Dollar gekauft. Inzwischen sagt er selbst, der Kauf habe sich inzwischen um ein zehnfaches gerechnet. Seit Anfang des Jahres gibt es auch einen europäischen, deutschen Ableger der Seite.
  • Xing ist der neue Name der Social-Network-Seite OpenBC. Es weist viele technische Ähnlichkeiten mit dem StudiVZ auf, ist aber deutlich auf eine andere Zielgruppe ausgerichtet. Xing soll helfen Businesskontakte aufzubauen, zu pflegen und zu verwalten. Der Grundsatz lautet hier: Jeder kennt jeden über höchstens 6 Ecken! Social Networking ist eines der Hauptphänomene des Web 2.0. Interessante Möglichkeiten sind z.B. die Suche nach Firmen (ehemalige Arbeitgeber, zukünftige Partner, Konkurrenten, ...) oder nach bestimmten Interessen/Kompetenzen.

Historie

Web 0.5 Als Web 0.5 kann man das "technische" Web bezeichnen (B-2-B), das in den frühen Anfangsphasen des Internet existierte. Hier ging es noch nicht vorrangig um Werbung und Verkaufen und schon gar nicht um Communities; der Fokus lag auf dem Aufbau von Know-How und dem "Kennenlernen" und Rationalisieren der Technik. Dementsprechend hatten auch vorrangig nur Experten Zugang dazu; die Beziehungen bewegten sich im reinen Business to Business Bereich.

Web 1.0 Das Web 1.0 kann man im Groben als das "werbliche" Web bezeichnen (B-2-C). Der Handel und andere Arten von Firmen entdeckten das Internet als Plattform für Information, verkauf und Selbstpräsentation. Der Größte Nutzen entstand im Web 1.0 für die Firmen in Form von Clickraten und Produktinformationen zur Absatzsteigerung. Der Internetuser war eher noch von passiver Natur; er informierte sich und wurde informiert. Der Fokus lag auf dem Infotainment.

Web 2.0 Das Web 2.0 ist als das "Soziale Web" (C-2-C) hingegen von der Aktivität und Mitgestaltung der User geprägt. Das Internet wird nicht mehr durch den Handel und Kunden bestimmt, sondern von einer unglaublichen Vielzahl von Menschen, die auf Unmengen verschiedener Plattformen das Internet nach ihren Bedürftnissen gestalten und nutzen. Viel mehr als auf Information wird jetzt auf Sozialisation Wert gelegt in Form von Communities, Blogs, Foren etc...

Web 3.0

Für das Web 3.0 gibt es die abenteuerlichsten Fantasien. Bedeutende Trendforscher rechnen mit Einzug des Web 3.0 um das Jahr 2010. Peter Wippermann (Trendbüro-Gründer) rechnet damit, dass GPS und die fortschreitende Individualisierung ein Baustein des neuen Webs sein werden. Die aufkommende Semantik und allgegenwärtige Verknüpfung von Inhalten (content mash-up). Medienunternehmen werden sich verstärkt auf das Internet und ihre Printmarken in die Onlinewelt transferiert haben. Außerdem rechnet der Trendforscher damit, dass die Technik Entscheidungen abnehmen kann (Gesundheits-Homepages, die einen zum Arzt schicken, GPS am Mobile für Wegfindung). Andere Trendforscher rechnen mit einer zunehmenden Verganzheitlichung der Angebote. Reiseplanung, die die Reise in allen Einzelheiten planen. Medien wie DVDs werden mittelfristig überflüssig, weil alle Daten online und unabhängig verfügbar sind. Die Kollaboration steigert sich in ein unbegrenztes Ausmaß an Transparenz und Informationsredundanz. Junge Generationen werden mit diesen neuen Medien aufwachsen und derjenige, der die Technik und die Benutzung beherrscht an der Spitze der Gesellschaft stehen. Web 3.0 steht für Transparenz, Interaktivität, partizipation und Multimedialität. Das sog. "intelligente Netz," Inhalte werden verknüpft. Ein intelligentes Info-Managementsystem entsteht. Trends: Medienunternehmen kaufen sich in sozilae Netzwerke ein. Personalisierter Content. Software Agenten akquirieren Kundenwünsche und platzieren die Angebote individuell, auf die jeweilige Person abgestimmt.

Persönliche Werkzeuge